Wie du deine Gedanken durch dein Unterbewusstsein fütterst – und wie du Wertschätzung endlich zulässt.
Aktualisiert: 11. Aug.
Kennst du das? Die Gedanken kreisen unaufhörlich, und du schaffst es einfach nicht, diesen mentalen Kreislauf zur Ruhe zu bringen. Du beginnst hochmotiviert eine Tätigkeit, doch schon nach wenigen Augenblicken schweifen deine Gedanken ab. Sie sind dir bereits wieder drei Schritte voraus, planen das Nächste, wägen das Übernächste ab und lassen dich im Hier und Jetzt unruhig zurück.
Wer steuert unsere Gedanken?
Aber wer steuert eigentlich unsere Gedanken? Wer kann dieses Chaos sortieren oder anhalten? Wer entscheidet, was in diesem Moment wirklich wichtig ist und was völlig unwichtig? Und wer bringt plötzlich diesen einen neuen Gedanken mit hinein, der alles wieder durcheinanderwirbelt und die Kontrolle übernimmt?
Die Antwort ist so simpel wie kraftvoll: Der Einzige, der diese Gedanken steuert, bist du selbst.
Die Entstehung von Gedanken
Um zu verstehen, warum sich das oft nicht so anfühlt, müssen wir uns ansehen, wie ein Gedanke überhaupt zustande kommt. Ein Gedanke ist im Grunde eine Erinnerung an unsere vergangenen Erfahrungen. Du hast all diese alten Erlebnisse, Muster und Prägungen tief in deinem Unterbewusstsein abgespeichert.
Und nicht nur das: Aus verschiedenen Ängsten heraus – was in der Zukunft alles Schreckliches passieren könnte – haben wir unser Unterbewusstsein über Jahre hinweg fleißig gefüttert. So entstehen die Geister, die uns heute im Alltag jagen.
Tritt nun eine aktuelle Situation ein, verknüpft dein Gehirn diese blitzschnell mit einer alten Erinnerung – und zwar über eine automatische, unbewusste Bewertung.
Ein klassisches Beispiel
Ein klassisches Beispiel, das du sicher kennst: Morgen steht ein neuer Arbeitstag an. Deine letzten Arbeitstage waren stressig, vollgepackt mit Aufgaben. Der Alarm ging gefühlt ständig und für Pausen blieb absolut keine Zeit. Für den morgigen Tag formt dein Gehirn basierend auf dieser Erfahrung sofort den Gedanken: „Es wird wieder stressig. Ich werde im Chaos versinken und garantiert keine Pause bekommen.“
Doch was erreichen wir mit diesem Gedanken? Durch die Bewertung der Vergangenheit geben wir dem morgigen Tag überhaupt nicht mehr die Chance, sich anders zu entwickeln. Unser Fokus ist so starr auf das alte Muster ausgerichtet, dass wir genau dieses Szenario unbewusst reinszenieren – bis es garantiert so eintrifft.
Deine Superkraft
Aber hier liegt deine Superkraft: Du bist auch derjenige, der ab jetzt entscheiden kann, wie er seine Gedanken zukünftig füttert. Und die viel wichtigere Frage ist: Braucht es überhaupt ständig Nahrung für unsere Gedanken? Oder dürfen wir lernen, viel bewusster in den Tag zu starten und einfach nur wahrzunehmen, was in genau diesem einen Moment ist?
Das gilt übrigens nicht nur für negative Szenarien, sondern ganz besonders für die schönen Dinge im Leben. Oft hören wir gar nicht mehr richtig hin, wenn uns echte Wertschätzung entgegengebracht wird. In unserem Inneren flüstert es dann sofort: „Das hat er doch gar nicht so gemeint...“ oder „Das war doch nur aus Höflichkeit dahingesagt...“. Wir schwächen das Lob im selben Moment ab, schieben die liebevolle Geste reflexartig weg und legen sofort unsere eigenen, zweifelnden Gedanken und Bewertungen darüber.
Lass die Wertschätzung zu
Doch was passiert, wenn wir genau hier anhalten? Lass die Wertschätzung zu. Lass sie einfach sein. Lass sie da. Atme sie ein, nimm sie an und lass sie in dir wirken – ohne sie wegzudiskutieren.
Was passiert außerdem, wenn wir morgen früh aufwachen und den Tag völlig ohne Bewertung beginnen? Das Wetter ist einfach so, wie es ist. Ohne Bewertung. Ohne den Gedanken, dass Regen oder Hitze bereits der Vorbote für einen anstrengenden Arbeitstag sein müssen. Und dann lässt du den Tag einfach Schritt für Schritt auf dich zukommen. Alle anfallenden Arbeiten werden Stück für Stück, eine nach der anderen, erledigt.
Der Raum für neue Erfahrungen
Und siehe da: Plötzlich öffnet sich ein kleiner Moment, in dem auch eine Pause Platz findet. Und selbst in dieser Pause bleibst du präsent – nicht mit dem Gedanken, was gleich als Nächstes zu tun ist, sondern im reinen Genuss. Vielleicht gehst du kurz an die frische Luft. Vielleicht stellst du dich für zwei Minuten mit nackten Füßen ins Gras, um dich zu erden. Oder du baust eine kleine, bewusste 5-Minuten-Atmung ein, um dein Nervensystem zu regulieren.
Am Ende des Tages wirst du feststellen: Alles lief. Alles, was wirklich nötig war, wurde erledigt – aber ohne den zerstörerischen Tribut der mentalen Erschöpfung. Wenn wir es schaffen, im Hier und Jetzt die Dinge einfach anzunehmen, ohne sie sofort durch den Filter unserer alten Bewertungen und Ängste zu jagen, entsteht in uns plötzlich Raum. Ein freier, geschützter Raum, der mit den wirklich wichtigen, echten Dingen des Lebens gefüllt werden kann.
Fazit
Du hast den Schlüssel in der Hand. Nutze ihn, um deine Gedanken bewusst zu steuern und Wertschätzung zuzulassen. Es ist an der Zeit, die Kontrolle über dein inneres Erleben zurückzugewinnen und die Schönheit des gegenwärtigen Moments zu genießen. Lass die Wertschätzung in dein Leben und erlaube dir, die Fülle des Lebens zu erfahren.





Kommentare